Wer in explosionsgefährdeten Bereichen arbeitet, hat wenig Spielraum für Fehler. Das gilt besonders in der Lagerlogistik, in der Chemie, in Tanklagern, in der Pharma-Produktion und in vielen Bereichen der Prozessindustrie. Ein ungeeignetes Gerät kann hier nicht nur einen Prozess stören. Es kann Menschen gefährden, Anlagen beschädigen und hohe Folgekosten auslösen. Genau deshalb sind ATEX-zertifizierte Geräte 2026 ein zentrales Thema für Fachhändler, Systemhäuser, Großhändler und Industrieunternehmen.
Gleichzeitig steigt der Druck zur Digitalisierung. Unternehmen wollen mobile Datenerfassung, vernetzte Funkscanner, robuste Handhelds und saubere ERP- oder WMS-Anbindungen auch dort nutzen, wo Gas, Dampf oder Staub zu einer Explosionsgefahr werden können. Standard-Hardware reicht dafür nicht aus. Benötigt werden speziell ausgelegte, gekennzeichnete und dokumentierte Lösungen. In diesem Artikel geht es darum, was ATEX 2026 konkret bedeutet, wie sich geeignete Hardware auswählen lässt und warum Beratung, Integration und Dokumentation heute genauso wichtig sind wie das Gerät selbst. Gerade Anbieter wie Theracon sind für den Markt interessant, weil viele Projekte nicht nur einzelne Geräte, sondern komplette Lösungen für Lagerlogistik, Etikettierung und industrielle IT brauchen.
Warum ATEX 2026 für Auswahl und Vertrieb so wichtig ist
ATEX ist kein Nischenthema. Die Grundlage bleibt 2026 klar: Für Produkte gilt weiter die Richtlinie 2014/34/EU, für den Betrieb die Richtlinie 1999/92/EG. Dazu kommt eine wichtige Neuerung: Seit Januar 2026 liegt die 6. Ausgabe der ATEX-Leitlinien vor. Sie verändert die Rechtslage nicht komplett, sorgt aber für eine einheitlichere Auslegung. Das ist für Händler, Integratoren und Betreiber sehr relevant.
Die ATEX-Richtlinie 2014/34/EU regelt das Inverkehrbringen von Geräten und Schutzsystemen zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen.
Wer Hardware für Ex-Bereiche verkauft, muss deshalb mehr leisten als reine Produktauswahl. Es geht um den Nachweis, dass ein Gerät wirklich zum Einsatzort passt. Besonders wichtig sind die Ex-Zonen. Für Gase, Dämpfe und Nebel gelten Zone 0, 1 und 2. Für Stäube gelten Zone 20, 21 und 22.
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Kennzahl
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Wert
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Einordnung
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|---|---|---|
| ATEX-Produktrichtlinie | 2014/34/EU | Grundlage für Geräte und Schutzsysteme |
| ATEX-Betriebsrichtlinie | 1999/92/EG | Grundlage für den Betrieb |
| Ex-Zonen Gase | 0, 1, 2 | Zoneneinteilung für Gas, Dampf, Nebel |
| Ex-Zonen Stäube | 20, 21, 22 | Zoneneinteilung für Staub |
| ATEX-Leitlinien | 6. Ausgabe, Januar 2026 | Präzisere Auslegung für Marktteilnehmer |
Für die Zielgruppe heißt das: Beratung wird zum Wettbewerbsvorteil. Ein Fachhändler, der Zone, Einsatzdauer, Stoffklasse und Temperaturklasse sauber abfragt, schafft Vertrauen. Ein Systemhaus, das zusätzlich die Anbindung an mobile Datenerfassung, Etikettendrucker und Warenwirtschaft plant, liefert echten Mehrwert statt nur Hardware.
Die richtige Zoneneinstufung als Basis jeder Geräteentscheidung
Viele Projekte scheitern nicht am Produkt, sondern schon an der unklaren Anforderung. Genau hier beginnt der wichtigste Schritt: die richtige Zoneneinstufung. Ohne sie ist eine belastbare Auswahl kaum möglich. Das betrifft mobile Computer genauso wie Funkscanner, Drucker, Docking-Lösungen oder Zubehör.
Der erste Schritt bei der Planung und Auswahl explosionsgeschützter Betriebsmittel ist die Einteilung der Betriebs- und Anlagenbereiche in Explosionsschutz-Zonen durch den Betreiber der Anlagen.
In der Praxis lohnt sich ein einfaches Auswahlraster:
1. Einsatzort genau bestimmen
Ist das Gerät im Innenlager, an der Abfülllinie, am Tank, im Mischraum oder im Außenbereich im Einsatz? Schon diese Frage verändert die Anforderungen stark.
2. Ex-Zone und Stoffart festlegen
Geht es um Gase oder um Stäube? Wird das Risiko dauerhaft, gelegentlich oder nur selten erwartet? Daraus ergibt sich die Zone.
3. Arbeitsprozess analysieren
Soll nur gescannt werden? Oder braucht das Team zusätzlich WLAN, Funk, mobile Datenerfassung, Etikettendruck oder Anbindung an ein ERP- oder WMS-System?
4. Gerät und Zubehör gemeinsam betrachten
Nicht nur der Handscanner zählt. Auch Akku, Halterung, Ladestation, Kommunikationsschnittstelle und Schutzgehäuse müssen zum Einsatz passen.
Gerade in der Lagerlogistik wird dieser strukturierte Blick oft unterschätzt. Dort müssen Geräte robust, schnell und ergonomisch sein. Gleichzeitig darf die Sicherheit nicht leiden. Wer hier früh sauber plant, spart später Zeit, Rückfragen und teure Umrüstungen.
Mobile Datenerfassung und Funkscanner im Ex-Bereich richtig einsetzen
2026 zeigt sich ein klarer Trend: Unternehmen wollen auch in Ex-Zonen digital arbeiten. Papierlisten bremsen Prozesse, erhöhen Fehlerquoten und erschweren die Rückverfolgbarkeit. Deshalb gewinnen mobile Datenerfassung und vernetzte Funkscanner weiter an Bedeutung.
Ein wichtiger Praxis-Hinweis aus dem Markt lautet sogar wörtlich:
Die mobile Datenerfassung ist auch in explosionsgefährdeten Bereichen möglich und sinnvoll.
Das ist für Industrieunternehmen besonders relevant, wenn Wareneingänge, Chargen, Behälter oder Stellplätze direkt vor Ort erfasst werden sollen. Ein Ex-tauglicher Funkscanner kann Bestände schneller aktualisieren, Fehler bei der Kommissionierung senken und Prozesse in der Lagerlogistik beschleunigen. Voraussetzung ist aber immer, dass das Gerät für die konkrete Zone zugelassen ist und nicht einfach nur robust wirkt.
Typische Anwendungen sind:
Wareneingang und Einlagerung
Chargen, Gebinde oder Paletten werden direkt am Ort des Geschehens gescannt. So landen Daten ohne Medienbruch im System.
Nachschub und Bestandskontrolle
Mobile Geräte erleichtern Zählungen, Umlagerungen und Prüfungen in sensiblen Bereichen.
Etikettierung vor Ort
Wo mobile Druck- und Scan-Prozesse zusammenspielen, steigen Tempo und Datenqualität deutlich.
Ein weiterer Trend ist die Funkkommunikation. Hersteller zeigen, dass ATEX-konforme Funktechnik selbst in sehr anspruchsvollen Umgebungen möglich ist. Für Systemhäuser ist das ein klares Signal: Kunden wollen nicht nur sichere Geräte, sondern vernetzte Lösungen mit WLAN, Funk, MDM und sauberer Systemintegration.
Kennzeichnung, Konformität und typische Fehler im Projektalltag
Bei Ex-Hardware zählt nicht die Vermutung, sondern der Nachweis. Viele Fehlentscheidungen entstehen, weil Kennzeichnungen nicht sauber geprüft werden oder weil Teams nur auf ein einzelnes Datenblatt schauen. In der Praxis ist das riskant. Marktüberwachungsdaten zeigen, wie wichtig Compliance im industriellen Umfeld bleibt. Die Bundesnetzagentur meldete für 2025 2.131 formal und teilweise messtechnisch überprüfte Gerätetypen, 707 Maßnahmen gegenüber Wirtschaftsakteuren und einen Anteil nicht konformer Produkte von 44,7 %. Das ist zwar besser als in den Vorjahren, aber immer noch ein deutliches Warnsignal.
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Kennzahl Marktüberwachung 2025
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Wert
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Bedeutung
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|---|---|---|
| Überprüfte Gerätetypen | 2.131 | Hohe Kontrolldichte im Markt |
| Maßnahmen gegenüber Wirtschaftsakteuren | 707 | Compliance-Verstöße haben Folgen |
| Nicht konforme Produkte | 44,7 % | Sorgfalt bei Auswahl und Dokumentation nötig |
| Nicht konforme Produkte 2024 | 54,3 % | Rückgang, aber weiter relevantes Risiko |
| Nicht konforme Produkte 2023 | 64,9 % | Langfristiger Verbesserungsbedarf |
Dazu passt die klare Empfehlung der BG RCI:
Ob ein Gerät in einem explosionsgefährdeten Bereich eingesetzt werden darf oder nicht, kann anhand des Kennzeichnungsschildes überprüft werden.
Häufige Fehler sind schnell genannt:
Standardgerät mit Schutzgehäuse verwechseln
Ein robustes Gerät ist nicht automatisch ein ATEX-Gerät.
Nur das Hauptgerät prüfen
Akku, Ladezubehör, Funktechnik und Halterungen werden oft vergessen.
Dokumentation zu spät angehen
Ohne klare Nachweise wird aus einem guten Projekt schnell ein aufwendiger Klärfall.
Integration nicht mitdenken
Wenn Scanner, Drucker und Software nicht zusammenspielen, entstehen neue Risiken und Mehrarbeit.
Gerade hier können Fachpartner mit Erfahrung punkten. Wer Sortimente sauber strukturiert und Kunden verständlich durch Kennzeichnung, Zoneneignung und Systemanbindung führt, hebt sich deutlich vom Preiswettbewerb ab.
Markttrends 2026: Mehr Nachfrage, mehr Präzision, mehr Integration
Der Markt für explosionsgeschützte Geräte wächst weiter. Je nach Studie wird die globale Marktgröße für 2025 auf 8,83 Milliarden US-Dollar oder 9,96 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die erwartete jährliche Wachstumsrate liegt bei etwa 5,5 bis 6,0 %. Für Europa werden zudem über 14,9 Millionen eingesetzte explosionssichere Geräte im Jahr 2024 geschätzt. Solche Zahlen sind Marktschätzungen, keine amtlichen Werte, zeigen aber klar die Richtung.
Für Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist vor allem eines wichtig: Sicherheitsanforderungen und Digitalisierung wachsen zusammen. Kunden fragen heute häufiger komplette Lösungen an. Dazu gehören Scanner, MDE-Geräte, Etikettendrucker, Netzwerkkomponenten, Halterungen, Software-Anbindung und Service aus einer Hand. Genau an diesem Punkt wird ein Lösungsanbieter wie Theracon für Fachhändler und Systemhäuser relevant, weil Projekte selten nur aus einem einzelnen Gerät bestehen.
Die 6. Ausgabe der ATEX-Leitlinien verstärkt diesen Trend. Sie sorgt für mehr Präzision in der Auslegung. Für den Vertrieb heißt das: weniger Bauchgefühl, mehr dokumentierte Beratung.
So setzen Fachhändler und Systemhäuser ATEX-Projekte sauber um
Wer 2026 erfolgreich sein will, braucht einen klaren Projektablauf. Das hilft im Vertrieb genauso wie in der technischen Umsetzung.
Bedarf strukturiert aufnehmen
Fragen Sie nach Zone, Stoff, Temperatur, Nutzungsdauer, Funkbedarf, Scan-Distanz und Software-Anbindung. Je genauer die Aufnahme, desto weniger Reibung im Projekt.
Sortiment nach Anwendungsfällen denken
Nicht nur nach Marke oder Gerätekategorie sortieren. Sinnvoller sind Pakete nach Zone, Mobilität, Scan-Anforderung, Druckbedarf und Integrationsgrad.
Schnittstellen früh prüfen
In der Lagerlogistik müssen ATEX-zertifizierte Geräte oft mit WMS, ERP, Etikettensoftware oder Kassensystemen zusammenarbeiten. Diese Schnittstellen sollten vor der Beschaffung klar sein.
Dokumentation mitliefern
Datenblätter, Kennzeichnung, Freigaben und Einsatzgrenzen gehören nicht ans Ende, sondern von Anfang an in das Projekt.
Schulung nicht vergessen
Auch das beste Gerät hilft wenig, wenn Anwender Kennzeichnungen, Ladeprozesse oder Einsatzgrenzen nicht verstehen.
So wird aus einem Einzelverkauf ein belastbares Gesamtkonzept. Genau das suchen viele Industrieunternehmen heute: sichere, integrierte und verständliche Lösungen statt isolierter Hardware.
Jetzt sichere und integrierte Lösungen voranbringen
ATEX-zertifizierte Geräte bleiben 2026 ein Pflicht-Thema für alle, die in explosionsgefährdeten Bereichen arbeiten oder solche Projekte betreuen. Die Grundlage aus Richtlinie, Zoneneinteilung und Kennzeichnung bleibt bestehen. Neu ist vor allem die stärkere Präzisierung durch die 6. Ausgabe der ATEX-Leitlinien. Für die Praxis bedeutet das: bessere Orientierung, aber auch höhere Anforderungen an Beratung und Dokumentation.
Besonders spannend ist die Entwicklung in der Lagerlogistik. Mobile Datenerfassung, vernetzte Funkscanner und integrierte Hardware-Lösungen werden auch im Ex-Bereich immer wichtiger. Gleichzeitig zeigt die Marktüberwachung, dass Konformität kein Nebenthema ist. Wer hier sauber plant, schützt Menschen, Prozesse und Investitionen.
Für Fachhändler, Systemhäuser, Großhändler und Industrieunternehmen ist der nächste sinnvolle Schritt klar: Anforderungen exakt aufnehmen, Zone und Kennzeichnung prüfen, Integration von Anfang an mitdenken und nur Lösungen auswählen, die technisch und regulatorisch wirklich passen. Wenn Sie Ihre Projekte in diesem Sinn strukturieren, schaffen Sie Sicherheit und Effizienz zugleich. Genau darin liegt 2026 der eigentliche Unterschied zwischen reiner Hardware-Beschaffung und einer belastbaren Lösung für den industriellen Alltag.